VORTRAGSREIHE 2020

„Wasser ist nicht nur zum Waschen da – Die Entwicklung der Badekultur"

Vierteilige Reihe mit Eva-Maria Günther M.A., Kunsthistorikerin, Speyer
Donnerstags vom 13.02. bis 12.03.2020, 19.00 Uhr, Burgkirche

Passend zum Kurort Bad Dürkheim macht uns Frau Eva-Maria Günther in ihrer neuen Vortragsreihe der Kulturgeschichte des Badens und der damit verbundenen Entwicklung von Kur- und Schwimmbädern vertraut.

Badekultur-Bilder

Bekannte und eher unbekannte Beispiele der Kunst und Architektur in Deutschland, aber auch in Europa, werden thematisiert. Ausgehend von der besterhaltenen römischen Thermenanlage ihrer Art nördlich der Alpen, wird ein Bogen von der Antike bis in die Gegenwart geschlagen. Anschauliche Erläuterungen der jeweiligen Besonderheiten in der Architektur und Kunst, verbunden mit interessanten Hintergrundinformationen, laden zu einer ebenso informativen wie kurzweiligen Reise durch die Geschichte des Badens ein. Die Palette reicht von römischen Toilettenartikeln über die Einrichtung einer mittelalterlichen Badestube, kuriosen Erfindungen des letzten Jahrhunderts bis hin zum Baddesign.

1. Vortrag am 06.02.2020: Griechen und Römer, die Erfinder der Badekultur
Griechische Kolonisten führten die Badekultur im Römischen Reich ein. Unter den Römern entstanden viele berühmte und auch in technischer Hinsicht ausgeklügelte Thermen. Diese Bäder, oft an heißen Quellen gegründet, wurden von Wasserleitungen gespeist, besaßen Fußbodenheizungen sowie verschiedene Bade- und Schwitzräume in unterschiedlichen Temperaturstufen. Hier konnten die römischen Bürger das Baden regelrecht zelebrieren. Herausragende Beispiele nördlich der Alpen, etwa in Badenweiler, Baden-Baden oder Zülpich, veranschaulichen bis heute die antike Bade- und Wellnesskultur, frei nach dem Motto: „Planschen" gegen den Stress.

2. Vortrag am 13.02.2020: Aus der Quelle entspringt eine neue Zeit– Badekultur vom Mittelalter bis in die frühe Neuzeit
Im frühen europäischen Mittelalter wurde die Hygiene zeitweise sehr kleingeschrieben. Vor allem beim einfachen Volk galt das Baden als Zeitverschwendung. Wannenbäder und die damit verbundene Nacktheit galten lange als nicht tugendhaft. Erst im Hochmittelalter entwickelte sich auch in Mitteleuropa eine Badekultur, an der Männer und Frauen, vornehme und arme Leute teilhaben konnten. In öffentlichen Badestuben schwitzten die beiden Geschlechter teils getrennt, teils gemeinsam.
Während sich die Adligen im Barock lieber puderten als mit Wasser zu benetzen, setzte im 18. Jahrhundert eine erneute Trendwende ein. Die naturwissenschaftliche und gesellschaftliche Aufklärung machte auch vor den Hygienevorstellungen keinen Halt, sodass Wasser im Allgemeinen und Baden im Besonderen wieder zur Gesundheitsförderung populär wurde.

3. Vortrag am 20.02.2020: „Ab ins Nass?" – von Kurbädern und Heilbädern
Die ersten Kurbäder in Deutschland entstanden ab dem 19. Jahrhundert, meist nach englischem Vorbild, und entwickelten sich bald zum Treffpunkt der gehobenen Gesellschaft. Dort, wo regelmäßig europäische Herrscher kurten, kamen im Gefolge des Hofstaats zahlreiche Adlige, Künstler und wohlhabende Unternehmer in die Kurorte und ließen sich teils sogar nieder. Das gesunde Wasser lieferte nun den Vorwand zu gesellschaftlichem Vergnügen: Man wandelte zur Trinkkur in den Kolonnaden, schlenderte durch den Kurpark und traf sich abends im Casino. Viele Beispiele haben sich bis heute erhalten: Den Stein gewordenen Überschwang aus der Gründerzeit kann man in vielen deutschen Kurorten, etwa Wiesbaden oder Baden-Baden, nur noch erahnen. Das größte Architekturensemble des Jugendstils in Deutschland ist der Sprudelhof in Bad Nauheim.

4. Vortrag am 27.02.2020: „Vom Heilbad zum Wellnesstempel" – die Bäderarchitektur
Nach den Mineral- und Thermalbädern entdeckten Mediziner, Adlige und reiche Bürger nun die Meeresküsten. An Nord- und Ostsee entstanden die ersten Seebäder und wurden zu begehrten und exklusiven Reisezielen. Dieser beginnende Kururlaub war zugleich eine der Keimzellen des modernen Tourismus.
Schwimmen dagegen wurde erst seit Mitte des 19. Jahrhunderts ein Teil der Freizeitgestaltung. Volksbäder wurden vor allem seit der Industrialisierung notwendig, da man der Bevölkerung ganzjährig einen Ort zur Körperreinigung zur Verfügung stellen wollte. Da nicht nur die Reinigung, sondern auch die Erholung wichtiger wurde, sollten die Volksbäder auch beides möglich machen. Auch in Kurbädern gab es Entwicklungen, die mehr Möglichkeiten in der Freizeitgestaltung eröffneten. Neben Theatern wurden auch Bibliotheken, Cafés und Geschäfte in den Kurorten angesiedelt. Zusätzlich zu den Brunnenpavillons gab es zur Trinkkur häufig die Möglichkeit, Zeit in der anschließenden Wandelhalle zu verbringen. Eine ganzjährige Nutzung wurde dadurch möglich.


Alle Veranstaltungen beginnen um 19.00 Uhr in der Burgkirche

Kosten:
Einzel-Abende: 10 € für Mitglieder, 12 € für Nichtmitglieder
Alle Abende: 38 € für Mitglieder, 46 € für Nichtmitglieder


Anmeldung:
Gisela und Henning Bauer

Tel.: 06322/1621
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Bankverbindung:

Kunstverein Bad Dürkheim, Reisekonto
Stichwort: Bauhaus-Vortrag
Konto - Nr. IBAN DE 59 5465 1240 0000 1369 94

Mit freundlichen Grüßen Gisela und Henning Bauer

 

Bad Dürkheim - Link zum LIMBURG-PREIS Weingut Darting Webhosting - Medienagenten
Kulturverein Wachenheim Logo-SPK-RH kulturland logo

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. Mehr über Cookies steht in unserer Datenschutzerklärung.

Ich akzeptiere Cookies von dieser Webseite.
EU Cookie Directive plugin by www.channeldigital.co.uk