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Die deutsch-französische Freundschaft

La caricade franco-allemande

Ausstellung 20. bis 30. Januar 2026
im Haus Catoir, Gewölbekeller, Römerstr. 20, Bad Dürkheim
Öffnungszeiten: Di.-Fr. 14-17 Uhr

Veranstalter: Partnerstädteverein Bad Dürkheim

Einführung

Ein Jahrhundert währte die so genannte Erbfeindschaft zwischen Deutschland und Frank-reich - geschürt von Königen, Kaiser, Kanzler und Führer. Die Menschen beiderseits des Rheins wussten zwar nicht warum, aber sie zogen in drei Kriege gegeneinander. ,,Jeder Stoßein Franzos" reimten deutsche Soldatendichter. Und auf der anderen Seite wurde die Fratze des hässlichen Deutschen gezeichnet.

60 Jahre währt inzwischen die deutsch-französische Freundschaft. Begründet vom deutschen Bundeskanzler Konrad Adenauer und dem französischen Staatspräsidenten Charles de Gaulle - den Eisbrechern.

 Am Nachmittag des 9. September 1962 befiel Tausende junger Deutscher eine Gänsehaut, als die gewaltige Stimme Charles de Gaulles das Geviert des Schlosshofs zu Ludwigsburg erfüllte:
,,Ich beglückwünsche Sie ... junge Deutsche zu sein, das heißt ... Kinder eines großen Volkes - jawohl eines großen Volkes ... !" rief er den zehntausend Jugendlichen in deutscher Sprache zu - den Kindern und Enkeln derer, die so viel Leid und Tod auch nach Frankreich getragen hatten.

Wenige Monate nach jener großen Geste an die deutsche Jugend, am 22. Januar 1963, unter-zeichneten Adenauer und de Gaulle in Paris den deutsch-französischen Freundschaftsvertrag (Elysee-Vertrag). ,,Zwischen uns ist die Aussöhnung abgeschlossen"konstatierte später de Gaulles Nachfolger Jacques Chirac.

Die deutsch-französische Freundschaft ist inzwischen Normalität geworden. Die Bürger beider Länder haben den Dialog der Regierenden zu ihrer eigenen Sache gemacht: Über zweitausend kommunale Partnerschaften, das deutsch-französischeJugendwerk, der gemeinsame TV-Kanal ARTE sind nur einige Beispiele. In der Politik ist das Gespann Berlin/Paris Motor der europä-ischen Einigung - auch wenn er manchmal stottert.

Wir lassen die deutsch-französischen Beziehungen über ein halbes Jahrhundert nach Unterzeichnung des Elysee-Vertrags mittels des Mediums Karikatur Revue passieren. Die Karikatur sagt meist mehr aus als manch noch so kluger Kommentar. Die Karikatur (,,optisches Juckpulver, das den Betroffenen zwingt, sich zu kratzen': nennt sie der englische Zeichner Ronald Searl) liefert Röntgenbilder, in denen der Zeitgeist des Augenblicks lebendig bleibt.

Karikaturen bringen treffsicher auf den Punkt, was mancher Leitartikler mit vielen Zeilen nicht schafft. Da bleibt es nicht aus, dass die verkürzte gezeichnete Aussage übertreiben muss, um auf einen Blick erfasst zu werden. Das Wort karikieren (lat. caricare) bedeutet denn auch übertreiben und belasten.

Kritisch und satirisch, auch sarkastisch und ätzend, immer aber humorig begleiten mehr als 60 Karikaturen deutscher und französischer Künstler alte und neue Bekannte. Da werden Konrad Adenauer und Charles de Gaulle respektlos behandelt und Willy Brandt und Georges Pompidou auf die Schippe genommen; da bekommen Valery Giscard d'Estaing, Helmut Schmidt, Helmut Kohl und Fran<rois Mitterrand ihr Fett weg und werden Jacques Chirac und Gerhard Schröder nicht geschont. Nicolas Sarkozy und Angela Merkel waren ein Traumpaar für die Spottzeichner links und rechts des Rheins, die sich nach Fran(j'.ois Hollande inzwischen aufEmmanuel Macron und Olaf Scholz eingeschossen haben.

Bei allem Spott und aller Häme bleibt: Die deutsch-französische Freundschaft ist unumkehr-bar und beispielhaft für die Welt. 

Helmut Schmidt
(Kurator der Ausstellung)

Vorwort von Ulrich Wickert

Deutsche und französische Karikaturisten werfen einen kritischen Blick auf ihr Land und über den Rhein.

Vorweg sei gesagt: das Verhältnis zwischen Frankreich und Deutschland ist hervorragend. Dass beide Völker sich zu Zeiten unserer Großväter noch blutige Schlachten geliefert haben, bei denen Millionen von Menschen getötet wurden, dass die Deutschen Frankreich als den Erbfeind bezeichneten, das kann man sich heute kaum noch vorstellen. Die Völker haben sich versöhnt, und das ist einigen Politikern auf beiden Seiten des Rheins zu verdanken. Heute feiern tausende Orte in Frankreich und Deutschland Partnerschaften, treffen sich tausende von jungen Menschen dank des deutsch-französischen Jugendwerks.

Und trotzdem gibt es immer wieder Gründe für Karikaturen: etwa wenn sich die Regierungen in Paris und Berlin nicht einig sind. Das ist ja grundsätzlich nichts Schlechtes.Jedes Land hat seine Traditionen, seine Interessen, seine Visionen.

Nun lebt die Karikatur davon, dass sie grob ist. Und da fallt dem Karikaturisten meist schnell ein, welche Symbole für das eine oder andere Land stehen. 

Marianne steht für Frankreich. Eine liebenswerte junge Frau, ein Schwert neben sich auf dem Boden. Meist liegen die Waffen zu ihren Füßen, denn Marianne ist friedlich. Das zeigt sie mit dem entblößten Busen. Deutschland dagegen huldigt Germania, die Brust in einen eisernen Panzer geschnürt, ein Schwert zum Schlag erhoben. Oder der Deutsche ist ein Gartenzwerg. Zu Zeiten der Kanzlerin Merkel erhält die deutsche Regierungschefin teutonische Attribute: blonde Zöpfe. Übrigens ist die Pickelhaube auch immer gut, um einen Deutschen zu karikie-ren. Sehe ich Sarkozy und Merkel in der Karikatur, dann wird bei der Kanzlerin auch immer wieder der Gedanke an die „dicke Bertha" wach, das war der Spitzname für die gewaltige Krupp'sche Kanone, die bis nach Paris rein schoss.

Wie häufig habe ich auch den gallischen Hahn vor dem germanischen Adler kreischend fliehen sehen. Der Hahn, so sagte mein Metzger in Paris, ist der Franzosen Wappentier, weil es das einzige Tier ist, das mit den Füßen im Mist steht und trotzdem noch stolz jubiliert. Der Mann hat gallischen Humor.


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